Unser Besuch beim Spring Awakening

Unser Besuch beim Spring Awakening

Moderne Kirche live erleben:

Kirche muss nicht immer gleich sein – dies hat uns das Spring Awakening in Lochau eindrücklich gezeigt. Die Chillerchristen waren live vor Ort und haben miterlebt, wie frischer Wind in die katholische Kirche gebracht wird. Das Ziel des Spring Awakening ist es, den Jugendlichen die Kirche wieder etwas näher zu bringen. Mit viel Musik und spannenden Themen ist es hervorragend gelungen dieses Ziel zu erreichen.

Der Beginn war um 16:30 im Salvatorkolleg. Wir haben begonnen uns etwas umzusehen und die Lage zu checken. Zu unserer Verwunderung sind etwa zwei Drittel der Teilnehmer Jugendliche gewesen. Bei Veranstaltungen der Kirche für Jugendlichen ist das eher eine Seltenheit, wie wir bereits zuvor beim Jugendgottesdienst in Lustenau festgestellt hatten. Dort waren geschätzt 20% der Besucher Jugendliche.

Als wir mit ein paar Jugendlichen ins Gespräch gekommen sind, hat sich bald herausgestellt, dass viele aus dem gesamten deutschsprachigen Raum extra für dieses Event angereist sind. Ein Jugendlicher aus der Schweiz hat uns besonders beindruckt, denn er hat uns seine Geschichte (von seinem Glaubenswandel und wie er zu Gott fand) erzählt. Am Tag zuvor war er auf einem Event in der Schweiz, wo Georg Mayr Melnhof (der auch beim Spring Awakening gepredigt hat) eine Rede hielt. Er war von ihm so begeistert, dass er dafür aus der französischen Schweiz zu uns ins Ländle gekommen ist.

Unter den zahlreichen Teilnehmern war auch der Zivildiener der Pfarre Lauterach, der sich unserer Gruppe für diesen Abend angeschlossen hat. Zusammen sind wir dann in die Kapelle des Klosters gegangen. Dort hat bereits besinnliche Musik gespielt. Allerdings waren es keine langweiligen eintönigen Lieder, sondern moderne Versionen von Kirchen- und Glaubensliedern. Das ganze Ambiente hat uns sehr an die evangelische Kirche in Amerika und an Gospelmessen erinnert. Neben moderner Musik hat es auch Lichteffekte gegeben, die man sonst nur bei Konzerten erwartet.

Die Kapelle war bereits so voll, dass wir nur noch mit viel Glück die letzten Sitzplätze ergattert haben. Fünf Minuten später hat dann die eigentliche Messe begonnen. Von der hinteren Tür der Kapelle sind zuerst einige Ministranten und danach acht Priester eingezogen. Die erste Stunde der Messe ist  recht rasch vergangen. Es wurde viel gesungen und es herrschte eine tolle Stimmung. Für diese Stimmung haben nicht nur die Musiker, sondern die Teilnehmer selbst gesorgt. Die Begeisterung und Freude einiger Teilnehmer hat uns richtig angesteckt. Als Normalgläubige haben wir den Eindruck gehabt: Wow, die sind wirklich zu 110% von ihrem Glauben überzeugt und haben Spaß an der Sache! Es ist nicht selten vorgekommen, dass jemand aufgesprungen ist, die Arme erhoben hat, oder sich betend hingekniet hat. Von unserer Kirche sind wir das nicht gewohnt.

Allerdings sind auch die klassischen Elemente einer Messe nicht ausgeblieben. Die Predigt hat gute 20 Minuten in Anspruch genommen, eine Lesung ist ebenfalls gefolgt. In der darauffolgenden Dreiviertelstunde hat die Eucharistiefeier stattgefunden und es ist noch mehr gesungen worden. Als sehr angenehm hierbei haben wir empfunden, dass die Liedtexte an die Wand projiziert worden sind und so jeder mitsingen konnte.

Nach dieser intensiven Messe sind dann allerdings doch fast alle froh gewesen, eine kleine „Verschnaufpause“ genießen zu können. Ein kleiner Teil ist in der Kapelle sitzen geblieben, um bei der Anbetung (dem Worship) mitzumachen, welcher im Anschluss der Messe stattgefunden hat. Wir haben die Pause jedoch genutzt, um uns bei einer Limo und einem Leberkäsesemmel zu stärken. An dieser Stelle möchten wir uns bei den Organisatoren für das tolle Buffet, das keine Wünsche offengelassen hat, bedanken.

Der zweite Teil des Abends hat sich um die sehr eindrückliche und emotionale Rede des Theologen und Lehrers Georg Mayr Melnhof gedreht. Er hat dabei über die Themen Himmel und Tod gesprochen. Vielleicht denken nun einige, dass dies nicht gerade ein Thema für junge Menschen ist, die gerade am Anfang ihres Lebens stehen. Aber durch witzige Sprüche und interessante Geschichten aus seiner persönlichen Vergangenheit wurde das Thema für uns Jugendliche doch greifbarer. Nach seiner einstündigen Preach haben wir gedacht, dass es nun vorbei sei. Aber wir haben uns geirrt.

Es ist eine erneute Anbetung erfolgt. Wie so oft an diesem Abend, sind wir auch diesmal sehr positiv überrascht worden. Der Moderator des Abends hat die Menschen, welche öffentlich Ja zu Jesus sagen wollten, gebeten, zum Altar vorzukommen. Wir haben uns gedacht: Da wird bestimmt kein Jugendlicher freiwillig vorgehen, aber wir haben uns getäuscht! Viele Jugendliche sind aufgestanden und vor den Altar getreten. Jeder einzelne ist von einem der anwesenden Priester gesegnet worden. Die Band hat begonnen zu spielen und wir alle sind aufgestanden und haben begeistert mitgesungen. Nach der Anbetung haben wir dann sowohl überrascht von den neuen Erfahrungen als auch begeistert von der ausgelassenen Stimmung und dem angenehmen Ambiente unsere Heimfahrt angetreten.

Wir nehmen von diesem Abend sicherlich viel in unsere Pfarre mit. Nicht nur, dass wir in unserem Glauben gestärkt wurden, sondern auch, dass man Jugendliche in der heutigen Zeit für Gott begeistern kann.
-Thomas Wurzer, Zivildiener der Pfarre Höchst und Leitung der Chillerchristen

Durch die Teilnahme am Spring Awakening haben wir – die Chillerchristen – ein Erwachen aus mehrerlei Hinsicht erleben dürfen. Wir konnten unseren Horizont bezüglich der Möglichkeiten, die einem bei der Gestaltung von Messen zur Verfügung stehen, um ein Vielfaches erweitern und haben gleichzeitig für uns persönlich tiefere Einblicke in den katholischen Glauben bekommen.
-Johannes Brunner, Leitung der Chillerchristen

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